CHRONIK
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:: "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" ::
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Dieser traditionelle Leitsatz hat auch in Roßdorf seit dem Bestehen
der Freiwilligen Feuerwehr nichts an seiner Bedeutung verloren.
Nach wie vor ist es das oberste Ziel der Brandschützer, Gefahren,
die Katastrophen und Unglücksfälle mit sich bringen, zu bekämpfen und
den betroffenen Bürgern Beistand und Hilfe zu leisten.
Aller Anfang ist schwer !
Daß dies nicht nur eine Phrase ist, mußten die Gründungsväter der Wehr
am eigenen Leibe erfahren.
Der noch nicht lange beendete erste Weltkrieg hatte für Roßdorf einen tiefen
Einschnitt in das aufblühende Leben bedeutet.20 von etwa 150 jungen Männer
waren von der Front nicht wieder zurückgekehrt.
Die schon im Jahre 1915 eingeführte Zwangsbewirtschaftung aller Erzeugnisse
hatte viele Familien in große wirtschaftliche Not gebracht.
Die nach dem Krieg einsetzende Inflation und damit verbundene Abwertung des Geldes
trug natürlich zur wesentlichen Verschlechterung der Lage bei.
Unsicherheit und Lebensängste regierten den Alltag.
Die Menschen mußten umdenken lernen. Doch es regte sich auch der Wille zu
Aufbau und Aufstieg.
Diesem Willen haben wir auch die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im
Mai des Jahres 1919 zu verdanken.
Sie ging aus einer Pflichtfeuerwehr hervor,
die bis dahin den Brandschutz in Roßdorf versehen hatte.
Durch die Verarmung des Dorfes war natürlich an die Anschaffung neuen
Feuerlöschgerätes nicht zu denken. Man behalf sich mit den vorhanden
Ausrüstungsgegenständen oder improvisierte.
Als sich die allgemeine wirtschaftliche Lage nach einigen Jahren entspannt hatte,
nahmen auch die Aktivitäten der Freiwilligen Feuerwehr zu, die dann
ab 1925 in einem Protokollbuch festgehalten wurden.
Man verfügte nun auch über die nötigen finanziellen Mittel, um Uniformen
und verschiedenes Großgerät anschaffen zu können.
Auszug aus dem Protokoll:
"Spritzenprobe der Freiw. Feuerwehr an der Bleiche am 12. September 1925,
danach Zusammenkunft bei Gastwirt Schneider.
Es werden 3 Mann bestimmt, nach Offenbach zu Fa. Maury & Co. die Ausrüstungsgegenstände
zu bestellen.
Bestellung der Röcke bei Joseph Müller, Windecken."
Kommandant war seinerzeit Jakob Horst, der zuvor auch schon die Leitung der
Pflichtfeuerwehr versehen hatte. Der übrige Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
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| Stellv. Kommandant |
Jean Bach |
| Adjutant |
Bgmstr. Hch. Jung |
| Schriftführer |
Albert Schmidt |
| Kassierer |
Heinrich Frischkorn |
| Zugführer der Mannschaft |
Jakob Piston |
| Zugführer der Steiger |
Willi Lehr |
| Führer des Absperrkommandos |
Otto Goy |
| Zeugwart |
Jean Bach |
Um ständige Einsatzbereitschaft und damit die Gewährleistung des Brandschutzes
zu demonstrieren, führte die Wehr zahlreiche Übungen durch.
Darüber hinaus beteiligte man sich auch regelmäßig an den Bezirksübungen
des damaligen Löschbezirks.
:: Roßdorf, den 20. Sept. 1925 ::
"Sonntagnachmittag 1 Uhr vollzähliges Antreten der inzwischen 40 Mann starken
Wehr zur Bezirksspritzenprobe nach Windecken.
Begleitung durch 6 Mann der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Bruchköbel.
In Windecken Schulübung und Brandübung als dann Vorführung von
Motorspritzen der Fa. Maury & Co., Offenbach."
Die in Roßdorf vorhandenen Löschgeräte, die man von der Pflichtfeuerwehr
übernommen hatte, bestanden lediglich aus einer von zwei Pferden gezogenen und einer
kleineren, von Männern gezogenen, Saug- und Druckspritze.
Beide mußten von Hand gepumpt werden.
Als im Dezember 1928 die Wasserleitung fertiggestellt war, wurde von der Gemeinde ein
Hydrantenwagen gekauft und in Betrieb genommen.
Die gewissenhafte Pflichterfüllung war und ist oberstes Gebot einer Feuerwehr.
Daß man dies auch damals sehr ernst nahm, zeigt folgende Bestrafung:
"Der Vorstand faßt den Beschluß, die am 22.08.1926 unentschuldigt fehlenden
Leute nach §12 der Statuten mit 2,00 Mk zu bestrafen."
oder
"..... wird wegen ungehörigem Betragen gegen seinen Zugführer aus der Feuerwehr
ausgestoßen."
Damals wie heute war und ist es unumgänglich, die Einsatzbereitschaft und den
Leistungsstand der Feuerwehr durch häufiges Arbeiten mit dem entsprechenden Gerät
und durch regelmäßige Übungen zu überprüfen und der Bevölkerung,
welche sich im Ernstfall auf "ihre" Feuerwehr verläßt, zu demonstrieren.
Wo heute durch ständig steigendes Einsatzaufkommen bei einigen Situationen eine gewisse
Routine eingekehrt ist, so war damals, als die Aufgaben der Feuerwehr noch nicht so umfangreich
waren, stetes Üben noch weitaus wichtiger.
Übungsgelände war eine große Wiese an der Bleiche, an der Stelle, wo sich heute der
Fußballplatz befindet.
Dort, wo nun das Vereinsgebäude des Fußballvereins steht, befand sich ein Löschteich.
Daß jedoch der "Rote Hahn" auch schon in dieser Zeit erbarmungslos zuschlug und unsere
"Mannen" herausforderte, ist durch Zeitzeugen belegt, die von zweimaligem Einsatz der
Wehr Roßdorf bei Bränden der Bruchköbeler Küchenmöbelfabrik
(heute Massa) gegen Ende der zwanziger Jahre oder einem Scheunenbrand in Roßdorf
berichteten:
"... da hat em Vulpius sei Scheuer gebrennt unn mir hadde nur e klaa unn e groß
Handpumb. Es Wasser ham mer aus em Will seim Brunne mit Eimer beigeschafft..."
Es sollte jedoch nicht der falsche Eindruck entstehen, daß außer
feuerwehrspezifischen Aktivitäten keine anderen durchgeführt wurden.
Man organisierte Tanzveranstaltungen, Kegelabende und einiges mehr,
welches dem geselligen Beisammensein diente.
Natürlich gehörte auch der Besuch des Kreisfeuerwehrverbandsfestes zu den
alljährlichen Höhepunkten, an denen die Roßdorfer Wehr regelmäßig
teilnahm:
:: Roßdorf, 05. Juni 1932 -
Kreis-Feuerwehr-Verbandsfest in Großkrotzenburg ::
...um 1/2 11 Uhr ist Sammeln am Rathaus, von hier wird uns die Kapelle bis zum Dorf
hinaus begleiten.
Um 12 Uhr ist dann Wehr und Kapelle bereits per Rad oder Motorrad nach Krotzenburg
unterwegs....
...in Krotzenburg angekommen, wurde die Verteilung der pro Mitglied bewilligten M 1,-
vorgenommen.
Hierauf setzte sich der inzwischen aufgestellte Festzug durch die festlich
geschmückten Ortsstraßen in Bewegung.
Am Festplatz angekommen war man bald in einer harmonischen Stimmung.
Unsere Kapelle brachte einige gute Musikstücke unter riesigem Beifall zu Gehör...
.... nur zu früh ermahnte uns das Signal zum Aufbruch und mit einem flotten Marsch
verließen wir den Festplatz, um bald auf unseren Rädern unserem lieben Heimatdorf
zuzusteuern.
Um 1/2 7 Uhr zogen wir unter Klängen der Kapelle wohlbehalten im Dorf ein, mit dem
Bewußtsein, wieder einmal einem schönen Verbandsfest beigewohnt zu haben."
Es waren Jahre echter Kameradschaft, und die Wehr hatte sich zu einem Instrument entwickelt,
worauf sich die Gemeinde Roßdorf im Ernstfall verlassen konnte.
Leider dauerte diese schöne Zeit nur bis zum Jahre 1939.
Der zweite Weltkrieg war ausgebrochen, und die meisten Feuerwehrleute wurden zur Wehrmacht
eingezogen. Ältere Mitbürger mußten herangezogen und ausgebildet werden.
Als die Fliegerangriffe der Alliierten Streitkräfte begannen, mußte die Wehr
Tag und Nacht einsatzbereit sein und dann bei Bombenangriffen auf Hanau oder Frankfurt
ihre Zuverlässigkeit unter Beweis stellen.
Für diese Einsätze wurde 1941 eine Motorspritze der Marke Flader angeschafft.
Ohne diese wäre die Wehr bei den Angriffen machtlos gewesen:
"... da ham mer e Motorspritz gekrieht. Die is an em Bauscher sein DKW gehängt worn und
dann mußde mir noch Frankfort fahrn..."
Kommandant Jakob Horst, welcher sein Amt viele Jahre vorbildlich versah, wurde während
des Krieges, etwa um 1943, durch Konrad Heck abgelöst.
Zusammen mit Willi Lehr führte dieser die Wehr bei den Einsätzen in Hanau und
Frankfurt.
Gott sei Dank nahm auch der totale Krieg 1945 ein Ende,
aber es brachte auch den totalen Zusammenbruch, nicht zuletzt auch bei der
Freiwilligen Feuerwehr Roßdorf.
Es dauerte Monate, bis sich das Leben in Städten und Dörfern wieder normalisierte,
auch bei den Feuerwehren. Zum Glück war in dieser Zeit kein Ernstfall zu verzeichnen.
Man verabscheute jede Art von Uniform, auch die Blaue. Aber einige Wehrmänner ergriffen
die Initiative und brachten wieder eine einsatzfähige Wehr zusammen.
Daß es schnell wieder bergauf ging, beweist die Tatsache, daß im
Juli 1950 das erste
Kreisfeuerwehrfest nach dem Krieg in Roßdorf veranstaltet wurde. Der Roßdorfer
Spielmannszug wurde der Feuerwehr angegliedert.
Willi Lehr löste 1957 Konrad Heck im Amt des Kommandanten ab.
Dieser konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen.
Das Feuerwehrgerätehaus mit einem Mannschaftsraum für 50 Personen wurde
1958 erstellt
und im Herbst desselben Jahres eingeweiht.
Im Jahre 1964 wurde von der Gemeinde ein Löschfahrzeug
LF 8 der Marke "Opel Blitz" angeschafft.
Völlig unerwartet wurde Willi Lehr 1965 der Wehr durch
plötzlichen Tod entrissen.
Neuer Ortsbrandmeister wurde Wilhelm Heck.
Um die Kameradschaft zu anderen Feuerwehren zu pflegen und um die eigene Leistungsfähigkeit
auch über die Ortsgrenzen hinaus unter Beweis stellen zu können, nahm die Feuerwehr
Roßdorf 1965 zum erstenmal an den Kreisfeuerwehrwettkämpfen
des damaligen Landkreises Hanau teil.
Noch heute beteiligt sich die Wehr an den alljährlich stattfindenden
Leistungsübungen des Main-Kinzig-Kreises in Schlüchtern.
Im Jahre 1969 hatte die Wehr eine Aufgabe ganz besonderer Art zu
bewältigen, welche in vielen bestimmt noch einige angenehme Erinnerungen hervorruft.
Man feierte in Roßdorf das 50-jährige Gründungsjubiläum der Freiwilligen
Feuerwehr und in diesem Zusammenhang ein großes Kreisfeuerwehrfest mit seinem Höhepunkt
in einem Bunten Abend unter Mitwirkung des heute noch aktiven Jodlerkönigs Franzl Lang.
Das Vereinsbanner konnte in feierlichem Rahmen geweiht und seiner Bestimmung übergeben
werden.
Ein erneuter Führungswechsel fand 1973 statt. Wilhelm Heck
konnte der Wehr aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen.
Sein Nachfolger im Amt des Ortsbrandmeisters wurde Walter Jakob.
Eine neue Satzung wird in Kraft gesetzt, aus der hervorgeht, daß sich die Feuerwehr
nun in die Bereiche Einsatzabteilung, Alters- und Ehrenabteilung sowie Feuerwehrverein gliedert.
Die Führung der Einsatzabteilung lag in der Hand des Ortsbrandmeisters, dem Verein stand
von nun an ein 1.Vorsitzender vor. In dieses Amt wurde 1973 Heinz Schäfer gewählt.
Im gleichen Jahr konnte ein Mannschaftstranportfahrzeug vom Typ Hanomag Henschel
aus Vereinsmitteln angeschafft werden.
Nach der Eingemeindung Roßdorfs in die bereits bestehende Großgemeinde Bruchköbel
1974 und der Stadterhebung am 07.05.1975 wurden auch die Feuerwehren
neu organisiert.
Die Aktiven stellten die Einsatzabteilungen der Stadtteilfeuerwehren dar, die
Ortsbrandmeister der zuvor selbständigen Gemeinden wurden zu Wehrführern, welche
nun einem Stadtbrandinspektor unterstanden. Erster Stadtbrandinspektor in Bruchköbel
war Philipp Herwig. Die Feuerwehrvereine blieben in ihrer bisherigen Form erhalten.
Bei den Kreiswettkämpfen 1975 in Dörnigheim konnte die
Wehr einen hervorragenden 2.Platz belegen.
Ebenfalls 1975 nahm die Feuerwehr Roßdorf zum erstenmal
an internationalen Feuerwehrwettkämpfen in Eichen teil. Noch heute führen uns
diese internationalen Wettkämpfe zu Feuerwehrkameraden in ganz Deutschland sowie
Österreich und Südtirol.
Im Laufe der Jahre sind hieraus schon sehr viele intensive Freundschaften über
Ländergrenzen hinaus entstanden.
1977 entschloß man sich, dem Beispiel vieler Nachbargemeinden
folgend, in Roßdorf eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Zu den heute noch aktiven
Gründungsmitgliedern gehören Helmut Bechtel, Johann Diesberger, Klaus Lauterbach,
Jörg Lind, Stefan Lind, Richard Schutt und Werner Volz. Erster Jugendwart war
seinerzeit Werner Diesberger.
Jean Keim III und Heinrich Frischkorn beendeten 1978 auf eigenen
Wunsch ihre über 40-jährige bzw. über 50-jährige Mitgliedschaft im
Vorstand des Vereins.
Walter Jakob wurde zum Wehrführer und 1. Vorsitzenden des Feuerwehrvereins gewählt.
Man hatte festgestellt, daß es organisatorische Vorteile mit sich bringt,
wenn diese beiden Ämter in einer Person vereinigt sind.
Die Mitglieder der Einsatzabteilungen aller Stadtteilwehren wählten Walter Jakob
1980 zum Stellvertretenden Stadtbrandinspektor der Stadt Bruchköbel.
Stadtbrandinspektor war der zur Wehr Bruchköbel gehörende Hauptbrandmeister Ludwig Schlag.
Ihre Leistungsfähigkeit im Ernstfall mußte die Wehr nach der Explosion eines
Fabrikationsgebäudes der Fa. Reinelt in Bruchköbel unter Beweis stellen.
Eine Katastrophe, die im Februar 1982 drei Menschen das Leben gekostet
und große Verwüstungen angerichtet hatte.
Erste Wettkampferfahrungen im Ausland konnte die Feuerwehr Roßdorf durch ihre
Teilnahme an den Landesfeuerwehrwettkämpfen 1982
in Wattens/Tirol sammeln.
Drei Roßdorfer Gruppen waren damals an den Start gegangen.
Die ständig steigenden Anforderungen an die Feuerwehr und das fortgeschrittene
Alter seines Vorgängers machten 1983 die Anschaffung
eines neuen Löschfahrzeuges LF 8 erforderlich.
In diesem Jahr nahm man an den Landesfeuerwehrwettkämpfen in Perg/Oberösterreich teil.
Den größten Erfolg, den die Wehr bei internationalen Wettkämpfen bisher erringen
konnte, war ein 2. Platz in Grünberg bei den Hessischen Ausscheidungswettkämpfen
zur Feuerwehrolympiade. Die Kameraden der B-Gruppe konnten sich dadurch die
Teilnahme an den Bundeswettkämpfen in Holzminden sichern, bei denen
1984 eine Olympiaqualifikation sehr knapp verpaßt wurde.
Ein weiteres Mannschaftstransportfahrzeug konnte 1984 aus Vereinsmitteln
angeschafft werden.
Einen 1. Platz konnte man bei den Landesfeuerwehrwettkämpfen in Thüringen in
Vorarlberg in Österreich erringen. Ein weiterer Auslandsaufenthalt führte die
Wehr in diesem Jahr zu den Landesleistungsübungen nach Toblach in Südtirol.
Die 1. internationalen Feuerwehrwettkämpfe von Roßdorf fanden
1986 statt.
Über 30 Mannschaften aus der gesamten damaligen Republik sowie Gruppen aus
Österreich nahmen hierbei teil.
Zu einem Wendepunkt in der Vereinspolitik kam es nach einem Generationswechsel
an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Roßdorf zu Beginn des Jahres
1988.
Neuer Wehrführer und 1. Vorsitzender wurde Hans-Peter Bach.
Über das normale Maß hinaus öffnete der Himmel im
Sommer 1988 seine Pforten
und über Roßdorf ging ein mächtiges Unwetter nieder. Zahlreiche Kellerbesitzer
und einige Höfe in der Ortsmitte meldeten Landunter. Die Unterstützung umliegender
Feuerwehren reichte bis Erbstadt.
Unsere B-Gruppe erreichte bei Landesfeuerwehrwettkämpfen in Micheldorf/Oberösterreich
einen 1. Platz.
Ihre Organisationsfähigkeit hatte die neue Führungsriege des Vereins im
Mai 1989 unter Beweis zu stellen. Aus Anlaß
des 70. Gründungsjubiläums wurde am Festplatz
an der Bleiche ein kleines Fest ausgerichtet, in dessen Zusammenhang auch die
2. Internationalen Feuerwehrwettkämpfe von Roßdorf durchgeführt wurden.
Hierbei starteten 50 Gruppen aus sechs Nationen. Heinrich Frischkorn wurde
als letztes noch lebendes Gründungsmitglied für 70-jährige Vereinszugehörigkeit
geehrt. Das 16 Jahre alte Mannschaftstranportfahrzeug konnte auf Grund der
Neuanschaffung eines Einsatzleitfahrzeuges durch die Stadt Bruchköbel abgelöst
werden. Der Verein beteiligte sich mit einer erheblichen Summe am Kaufpreis des
neuen Fahrzeuges.
Im Spätsommer verbrachte man erneut viele Stunden mit dem Auspumpen von durch
Unwetter überschwemmten Kellern.
Stadtbrandinspektor Ludwig Schlag schied bei Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze
1990 aus seinem Amt aus. Zu seinem Nachfolger wurde
Walter Jakob gewählt.
Neuer Stellv. Stadtbrandinspektor wurde unser Roßdorfer Feuerwehrkamerad
Eduard Kalbfleisch.
Bei Landesfeuerwehrwettkämpfen belegte man in Wolfurt in Vorarlberg einen 1. Platz
und die B-Gruppe erreichte in Altausee in der Steiermark einen 2. Platz.
Zu zwei großen Dachstuhlbränden mußte die Wehr im Januar bzw. im
August 1991 ausrücken.
Hierbei erfuhr man tatkräftige Unterstützung durch die anderen Stadtteilfeuerwehren und
durch die Feuerwehr Hanau mit ihrer großen Drehleiter.
Einen 2. Platz erreichte man bei Landesfeuerwehrwettkämpfen St. Andrä/Lungau im
Salzburger Land.
Um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und um die nicht weiter tragbaren
Verhältnisse im Sanitärbereich abzustellen, mußte man sich
1992 mit
den Planungen zur Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses befassen.
Unter Beteiligung aller hierfür zuständigen Gremien der Stadt Bruchköbel wurde
ein allen Bedürfnissen gerecht werdender Plan erstellt und mit einem Antrag auf
Bezuschussung an die Landesbehörden in Wiesbaden weitergeleitet.
Neue Vorstandswahlen stehen bei der Jahreshauptversammlung
1993 auf der Tagesordnung.
Vorsitzender Hans-Peter Bach und seine Mannschaft werden in ihren Ämtern bestätigt.
Am Tag der offenen Tür im September 1993 konnte der
Öffentlichkeit eine große
Besonderheit präsentiert werden. Die 1941 angeschaffte Motorspritze, die im Kriege
zu Einsätzen nach Hanau und Frankfurt ausgerückt war und nach der Anschaffung des
ersten LF8 im Jahre 1964 ausgedient hatte, war in neuem Glanze zu bewundern.
Unser aktiver Feuerwehrkamerad Wolfgang Longwitz hatte es innerhalb eines halben
Jahres geschafft, die in sehr desolatem Zustand befindliche Pumpe sowie den
dazugehörigen Anhänger originalgetreu zu restaurieren und in Funktion zu setzen.
Die Vorstandsarbeit 1993 stand ganz im Zeichen des Kreisfeuerwehrfestes
1994,
welches aus Anlaß des 75. Gründungsjubiläums der Freiwilligen Feuerwehr
Roßdorf stattfinden soll.
Um die technische Ausrüstung der Wehr zu ergänzen wurde ein neues Tanklöschfahrzeug
vom Typ TLF 8/18 bestellt. Die Übergabe an die Feuerwehr soll im Rahmen der
Feierlichkeiten zum 75. Vereinsjubiläum erfolgen.
Im Jubiläumsjahr kann die Freiwillige Feuerwehr 375 Mitglieder in ihrer Kartei
verzeichnen. Die Anzahl der aktiven Feuerwehrkameraden umfaßt 39, in der Jugendfeuerwehr
sind 13 Jungfeuerwehrmänner tätig. Eintreten in die Jugendfeuerwehr kann
man mit 10 Jahren, im Alter von 17 Jahren wechselt man dann zu den "Großen" in die
Einsatzabteilung.
Um nun allen Anforderungen gerecht werden zu können, ist es erforderlich, daß der
einzelne Feuerwehrmann in zahlreichen Fachlehrgängen geschult wird. Hat man einen
mittleren Ausbildungsstand in einer Freiwilligen Feuerwehr erreicht, so hat man viele
Wochenenden damit verbracht, um auf Kreisebene Grund-, Maschinisten-, Atemschutz-,
Funksprech- oder Truppführerlehrgänge zu besuchen. Weiterführende Lehrgänge
führen den Feuerwehrmann dann für ein bis zwei Wochen auf die Landesfeuerwehrschule
nach Kassel.
Der Name Feuerwehr wird unsere Institution im Grunde seit langem nicht mehr gerecht.
Zu den heute zu bewältigenden Aufgaben gehört nämlich neben der klassischen
Brandbekämpfung die technische Hilfeleistung. Hierzu zählen Einsätze bei
Verkehrsunfällen, Umweltvergehen, Sturmschäden, Überschwemmungen, Tierrettungen
und vieles mehr.
Um ein Zusammenspiel und eine Koordination mit anderen, benachbarten Feuerwehren
bei Großeinsätzen einzustudieren, finden regelmäßige ortsübergreifende
Übungen statt.
"Kameradschaft verbindet" ist eines der Leitmotive der Freiwilligen Feuerwehr
Roßdorf. Um diese Kameradschaft zu pflegen, trifft man sich wöchentlich Montag
abends zu Übungsstunden und zum geselligen Beisammensein.
Verbindungen zu befreundeten Feuerwehren in Österreich und Südtirol werden
durch eine alljährliche Teilnahme an Feuerwehrwettkämpfen in diesen Ländern
vertieft.
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News
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02.12.2006
Die Chronik bis 1994
wird eingestellt
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